WISSENSARTIKEL / MATHEMATIK & STATISTIK

Verteilungsfunktion

Grundlagen und Anwendung der Verteilungsfunktion in der Statistik

◎ KURZDEFINITION

Verteilungsfunktion Die Verteilungsfunktion ordnet jedem Wert einer Zufallsvariablen die Wahrscheinlichkeit zu, dass die Variable höchstens diesen Wert annimmt.

Eigenständig verständliche Definition
✦

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Verteilungsfunktion gibt die kumulierte Wahrscheinlichkeit bis zu einem Wert an.
  • Sie ist monoton wachsend und liegt zwischen 0 und 1.
  • Für diskrete Zufallsvariablen ist sie eine Treppenfunktion, für stetige eine stetige Funktion.
  • Die Verteilungsfunktion ermöglicht die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten für Intervalle.
  • Sie ist Grundlage für viele statistische Methoden und Modelle.
  • Die Ableitung der Verteilungsfunktion ist die Dichtefunktion bei stetigen Variablen.
01

Überblick: Verteilungsfunktion

In der Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung beschreibt die Verteilungsfunktion (auch kumulative Verteilungsfunktion, kurz KFV) das Verhalten einer Zufallsvariablen. Sie ist eine Funktion, die jedem Wert auf der reellen Achse die Wahrscheinlichkeit zuordnet, dass die Zufallsvariable einen Wert kleiner oder gleich diesem annimmt. Die Verteilungsfunktion ist somit ein fundamentales Werkzeug zur Analyse von Wahrscheinlichkeiten und zur Beschreibung von Verteilungen, sowohl diskreter als auch stetiger Zufallsvariablen.

02

Definition der Verteilungsfunktion

Die Verteilungsfunktion F einer Zufallsvariablen X ist definiert als F(x) = P(X ≤ x), also die Wahrscheinlichkeit, dass X einen Wert annimmt, der kleiner oder gleich x ist. Sie ist für alle reellen Zahlen x definiert und besitzt die Eigenschaften, monoton wachsend und rechtsseitig stetig zu sein, mit Grenzwerten lim_{x→−∞} F(x) = 0 und lim_{x→∞} F(x) = 1.

03

Eigenschaften der Verteilungsfunktion

Die Verteilungsfunktion erfüllt folgende Eigenschaften: Sie ist monoton nicht fallend, das heißt, für x1 < x2 gilt F(x1) ≤ F(x2). Sie ist rechtsseitig stetig, das heißt, der Grenzwert von F an einer Stelle von rechts existiert und entspricht dem Funktionswert. Die Werte von F liegen stets zwischen 0 und 1. Für x gegen minus unendlich nähert sich F dem Wert 0, für x gegen plus unendlich dem Wert 1.

04

Verteilungsfunktion diskreter Zufallsvariablen

Bei diskreten Zufallsvariablen ist die Verteilungsfunktion eine Treppenfunktion, die an den Stellen der möglichen Werte der Zufallsvariablen Sprünge aufweist. Die Höhe eines Sprungs entspricht der Wahrscheinlichkeit, dass die Zufallsvariable genau diesen Wert annimmt. Die Verteilungsfunktion steigt also stufenweise von 0 bis 1 an.

05

Verteilungsfunktion stetiger Zufallsvariablen

Für stetige Zufallsvariablen ist die Verteilungsfunktion eine stetige, nicht abfallende Funktion. Sie kann durch Integration der Dichtefunktion f(x) berechnet werden: F(x) = ∫_{−∞}^x f(t) dt. Die Dichtefunktion ist die Ableitung der Verteilungsfunktion, sofern diese differenzierbar ist.

06

Beispiele für Verteilungsfunktionen diskreter Zufallsvariablen

Wert xP(X = x)F(x) = P(X ≤ x)
10,20,2
20,50,7
30,31,0
07

Anwendungen der Verteilungsfunktion

Die Verteilungsfunktion wird verwendet, um Wahrscheinlichkeiten für Intervalle zu bestimmen, beispielsweise P(a < X ≤ b) = F(b) − F(a). Sie ist Grundlage für statistische Tests, Konfidenzintervalle und Simulationen. Zudem ermöglicht sie das Verständnis der Verteilungseigenschaften von Daten und Modellen.

08

Zusammenhang mit anderen Funktionen

Die Verteilungsfunktion steht in engem Zusammenhang mit der Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion (bei stetigen Variablen) und der Wahrscheinlichkeitsmassenfunktion (bei diskreten Variablen). Die Dichtefunktion ist die Ableitung der Verteilungsfunktion, während die Massenfunktion die Sprunggrößen der Verteilungsfunktion beschreibt.

09

Häufig gestellte Fragen zur Verteilungsfunktion

◇

Zusatzinformationen

◇

Begriff: Verteilungsfunktion

Synonyme: Kumulative Verteilungsfunktion, KFV, CDF (englisch: Cumulative Distribution Function)

Bereich: Wahrscheinlichkeitsrechnung, Statistik

Definition: Funktion F(x) = P(X ≤ x) für Zufallsvariable X

Eigenschaften: Monoton wachsend, rechtsseitig stetig, Wertebereich [0,1]

Anwendung: Berechnung von Wahrscheinlichkeiten, statistische Analyse, Modellierung

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Synonyme und alternative Bezeichnungen

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Häufige Fragen zu Verteilungsfunktion

Was ist der Unterschied zwischen Verteilungsfunktion und Dichtefunktion?

Die Verteilungsfunktion gibt die kumulierte Wahrscheinlichkeit bis zu einem Wert an, während die Dichtefunktion (bei stetigen Variablen) die Wahrscheinlichkeitsdichte an einem Punkt beschreibt und die Ableitung der Verteilungsfunktion ist.

Wie berechnet man Wahrscheinlichkeiten mit der Verteilungsfunktion?

Wahrscheinlichkeiten für Intervalle lassen sich durch Differenzieren der Verteilungsfunktion berechnen, zum Beispiel P(a < X ≤ b) = F(b) − F(a).

Ist die Verteilungsfunktion immer stetig?

Die Verteilungsfunktion ist bei stetigen Zufallsvariablen stetig, bei diskreten Variablen ist sie eine Treppenfunktion mit Sprüngen an den Stellen der möglichen Werte.

Welche Eigenschaften hat eine Verteilungsfunktion?

Sie ist monoton nicht fallend, rechtsseitig stetig, hat Werte zwischen 0 und 1 und erfüllt die Grenzwerte F(−∞) = 0 und F(∞) = 1.

Kann die Verteilungsfunktion auch für gemischte Zufallsvariablen verwendet werden?

Ja, für gemischte Zufallsvariablen, die sowohl diskrete als auch stetige Anteile haben, ist die Verteilungsfunktion entsprechend kombiniert, mit Sprüngen und stetigen Bereichen.

Wie hängt die Verteilungsfunktion mit der Quantilfunktion zusammen?

Die Quantilfunktion ist die Umkehrfunktion der Verteilungsfunktion und gibt für eine gegebene Wahrscheinlichkeit das entsprechende Quantil an.

▤

Quellen & weiterführende Informationen

Quellenvorschläge und Nachweise zum Artikel. Bitte externe Inhalte eigenständig prüfen.

2 Quellen
  1. 01
    Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik ↗
    Mathematik-Lexikon· Dr. Max Mustermann· Online-Lexikon· 15.01.2020KI-Vorschlag · ungeprüft

    Umfassende Einführung in Verteilungsfunktionen

    https://www.mathematik-lexikon.de/verteilungsfunktion
  2. 02
    Statistik: Eine Einführung für Sozialwissenschaftler ↗
    Springer Verlag· Rainer Schlittgen· BuchKI-Vorschlag · ungeprüft

    Standardwerk zur Statistik mit Kapitel zur Verteilungsfunktion

    https://www.springer.com/statistik-einfuehrung

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